Reisebericht von Sascha
Auf Overlandingtour durch Südafrika Afrika und Mosambik
Overlandingtour in Südafrika, Swasiland und Mosambik
Zu Beginn meiner Dienstzeit in einer Kinder und Jugendrehaklinik, beschloss ich kurz vor Ende meines Zivildienstes, eine Abenteuertour durch das südliche Afrika zu unternehmen. Nach einer Auswahl von interessanten Ländern, entschloss ich mich für eine Overlandingtour in eines der ärmsten Länder der Welt. Die Rede ist von Mosambik, einem Staat in Südostafrika. Mosambik liegt am Indischen Ozean, zwischen dem 10. und dem 27. Breitengrad Süd. Nahezu leere, weiße Sandstrände, Palmenwälder und ein ganzjährig angenehmes Klima machen das Land zu einem Traumort, die fehlenden Touristen und die kaum asphaltierten Straßen wecken die Abenteuerlust der Reisenden. Begrenzt wird das Land von Südafrika, Simbabwe, Malawi und Tansania. Die 2700 km lange Küste am Indischen Ozean mit Korallenriffen und tropischen Inseln bietet ein Paradies für Taucher, Schnorchler und Sonnenanbeter. Die Straße von Mosambik trennt den Inselstaat Madagaskar vom afrikanischen Festland. Ende September wurde es nun ernst. Am 30.09 flog ich von Hamburg via Dubai ins 9000km entfernte Johannesburg. Von dort aus sollte auch mein Abenteuer starten. Am Morgen des Starts der Tour trafen sich alle „Overlander“ in einer Lodge nahe Johannesburg. Unsere Internationale Gruppe bestand aus 10 jungen Leuten aus Italien, Großbritanien, Argentinien, Südafrika, Deutschland und den Niederlanden. Daraus sollte sich auf unserer Tour eine echt tolle und multikulturelle Stimmung ergeben. Nach einem kurzen Briefing durch unseren Guide begann unsere Tour. Wir starteten Richtung Swasiland, einem Nachbarland Südafrikas, wo wir auch nach acht Stunden Fahrt mit unserem Truck im Camp für die Nacht ankamen. Da „overlanding“ kein Urlaub ist, sondern eher ein Abenteuer, hieß es für uns nun unsere Zelte für die Nacht aufzubauen. Am nächsten Morgen ging es sehr früh los zum dem ersten Game walk im Hlane National Park. Und auch am Abend waren Wildbeobachtungen im Park geplant. Nach einem Kennenlernen der Gruppe sollte es nun weiter Richtung Mosambik gehen. Für diesen Tag waren 550km Fahrstrecke geplant. Wie sich heraus stellte kann solch eine Entfernung auf Straßen in Mosambik zu einer Ewigkeit werden. Nach 14 Stunden Fahrt, auf zum Teil abenteuerlichen Straßen, kamen wir am Abend in Praia do Tofo erschöpft von der langen Fahrt an. Direkt am Indischen Ozean unter Kokosnusspalmen, schlugen wir unsere Zelte für die nächsten zwei Tage auf. Als nächster Höhepunkt sollte eine Schnorcheltour mit Walhaien auf uns warten. Es wurde ein unvergessliches Erlebnis! Walhaie können ein Gewicht von über 12 Tonnen erreichen. Trotz ihrer beachtlichen Größe sind sie absolut ungefährlich. Walhaie ernähren sich wie Riesenhaie und Riesenmaulhaie von Plankton und anderen Kleinstlebewesen, die sie durch Ansaugen des Wassers filtrieren. Mann muss schon zugeben, es ist gigantisch mit bis zu 15m langen Tieren zu schwimmen und dabei nicht einmal Angst haben zu müssen. Als nächste Station auf unserer Route durch Mosambik ging es nach Vilankulo. Diese Stadt liegt ca. 700km nördlich von Maputo in der Provinz Inhambane und ist einer der touristischen Hauptpunkte in Mozambique, obwohl man hier trotz allem nur sehr wenige Europäer trifft. Viele Unterkünfte, Restaurants und Bars verschiedener Preisklassen machen den weitläufig angelegten Ort einladend. Einige in Vilankulo ansässige Dive Center zeigen auch dem verwöhnten Taucher eine bezaubernde und beeindruckende Unterwasserwelt. Ca. 15-25km vom Festland entfernt, liegen die bezaubernden Inseln des Bazaruto Archipelagos, dessen 3 Hauptinseln, Bazaruto, Benguerra und Magaruque, einst Teil einer Halbinsel waren und sich im Laufe der letzten 10.000 Jahre vom Festland abspalteten. Eine dieser Inseln besuchten wir per Dhau, einem kleinen Segelboot der Einheimischen. Kristallklares Wasser und weiße, unberührte Sandstrände konnten wir vorfinden. Von der Schönheit der Insel überwältigt, kam unter uns eine Art Robinson Crusoe Stimmung auf. Nach dieser unvergesslichen Zeit auf der Insel, ging es für uns am nächsten Tag wieder zurück Richtung dem etwa 350km entfernten Inhambane. Dieser Ort ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in Mosambik und liegt an der Mündung des Rio Matumba. Inhambane ist eine angenehme, ruhige Stadt mit einem natürlichen Hafen und etwa 52.000 Einwohner. Im Centrum gibt es viele alte und historische Gebäude. Die Stadt wurde weitestgehend vom Bürgerkrieg verschont und ist heute wegen der guten Unterkunftsmöglichkeiten in Strandnähe ein Touristenziel. Unsere Unterkunft in der Barra Lodge bestand für die nächsten zwei Nächte aus einem sogenannten Dorm, eine Art Schlafsaal mit Strohdach. Umgeben von Kokosnusspalmen, konnten wir dort einfach mal nur am unendlich wirkenden Sandstrand liegen und das warme Wasser des Indischen Ozeans genießen. Bei einer Quadtour besichtigten wir Siedlungen der Einheimischen und konnten uns so einen kleinen Überblick von dem Leben der Bevölkerung Mosambiks verschaffen. Am Abend konnte dann wer wollte, den Linefish des Tages im angrenzenden Restaurant probieren. Es wurde fangfrischer Barrakuda serviert, für uns Europäer eine so denke ich, echte Delikatesse. Diesen Abend wird wohl keiner von unserer Truppe vergessen, nicht wegen dem guten Essen, sondern vielmehr wegen der Massen von Moskitos. Pünktlich zum Abend starteten sie einen Angriff auf uns alle. Schutzmittel versagten ihren Dienst und so konnten wir nur noch auf unsere Malariaprophylaxe vertrauen. Pünktlich kurz nach dem Frühstück ging es dann wieder mit Freddy ( Name unseres Trucks ) auf Richtung Maputo der Hauptstadt Mosambiks. Die Stadt Maputo liegt an der Delagoa-Bucht am Indischen Ozean und hat nach offiziellen Angaben 989.386 Einwohner (Volkszählung 1997). Da viele Menschen in den inoffiziellen Siedlungen, Slums und Obdachlose bürokratisch nicht erfasst sind bzw. über keine Aufenthaltserlaubnis verfügen, dürfte die Zahl in Wirklichkeit weit höher liegen. Gegen 16.00 Ortszeit kamen wir in Fatimas Backpackers, unserer Unterkunft an. Dies war nicht selbstverständlich, denn im dichten Großstadtverkehr verlor Brian, unser Fahrer leicht die Orientierung. So kamen wir aber schon einmal zu einer kleinen unfreiwilligen Stadtrundfahrt, bis wir das Backpackers endlich fanden. Am Abend wurde wie immer gekocht und in gemütlicher Runde das Tagesgeschehen Revue passieren lassen. Am folgenden Tag stand morgens noch einmal eine kurze Stadtbesichtigung auf unserem Plan, bevor es Richtung Südafrika zurück gehen sollte. Am Nachmittag passierten wir wieder die Südafrikanische Grenze, nur wenige Kilometer vom Kruger Nationalpark entfernt. Dort verbrachten wir nun die nächsten zwei Tage in unterschiedlichen Restcamps. Zuerst schlugen wir unsere Zelte im Krokodile Bridge Rest-Camp für eine Nacht auf, bevor wir zum größten Camp nach Skukuza weiterfuhren. Das Haupt-Camp des Parks am Südufer des Sabie River bietet mehr als 1.000 Besuchern eine Übernachtungsmöglichkeit. Sogar ein 9-Loch Golfplatz ist hier zu finden. Der Kruger Nationalpark ist das größte Wildschutzgebiet Südafrikas. Er liegt im Nordosten des Landes im Lowveld in den Provinzen Mpumalanga und Limpopo. Er erstreckt sich vom Krokodilfluss im Süden bis zum Limpopo, dem Grenzfluss zu Mosambik, im Norden. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 350 km, in Ost-West-Richtung ist der Park ungefähr 60 km breit und umfasst eine Fläche von rund 20.000 km². Damit gehört er zu den größten Nationalparks in Afrika. Durch eine perfekte Organisation war es uns möglich, sehr viele Wildbeobachtungen im Park zu absolvieren. Bei unseren Wildbeobachtungen hatten wir das Glück, die „Big five“ ( Nashorn, Büffel, Elefant, Löwe, Leopard ) hautnah in freier Wildbahn zu erleben. Ein ganz besonderes Erlebnis wurde uns während einer Beobachtungsfahrt am Abend zu teil. Durch Zufall konnten wir miterleben, wie eine Gruppe von 11 Löwen einen Büffel erlegt hatten und diesen etwa 4m von unserem Fahrzeug verspeisten. Am nächsten Tag sollte unsere Reise wieder zurück Richtung Johannesburg, unserem Ausgangspunkt gehen. Ganz beendet war unsere Tour aber noch nicht. Auf dem Plan stand noch der Besuch einer Aufzuchtstation für Wildtiere aus dem Krüger Nationalpark. Dort arbeiten viele freiwillige Jugendliche als Helfer um die Versorgung der kranken Tiere zu gewährleisten. Eine sicher sehr interessante Erfahrung! Um in unser Camp für den Abend zu gelangen, hatten wir aber noch ein gutes Stück Fahrtstrecke vor uns. Über die Panorama Route sollten wir nach Sabie, einer Kleinstadt gelangen. Die Panorama Route gehört zu den schönsten und beliebtesten Reisezielen in Südafrika, sie führt über die zerklüfteten Höhenzüge der Drakensberge von Mpumalanga. Hier am nordöstlichen Teil der großen Randstufe fällt das Inlandsplateau, das Highveld, abrupt und steil ab und eröffnet phantastische Ausblicke auf die etwa 1000 Meter tiefer gelegenen Ebenen des Lowveld. Spektakulärster Abschnitt ist der Blyde River Canyon, den man auf der R532 Straße von Graskop aus erreicht. Bereits wenige Kilometer nördlich führt eine Seitenstraße nach "God's Window", von wo aus man einen weiten Blick auf das Lowveld hat. Der Canyon beginnt weiter nördlich bei "Bourke's Luck Potholes" und endet bei den "Three Rondavels". An mehreren Stellen kann man von gut angelegten Aussichtspunkten einen Blick auf die 33 km lange Schlucht werfen. Die Potholes sind eindrucksvolle Gesteinsformationen, die vor Jahrmillionen durch Erosion entstanden. Die bizarren Strudellöcher wurden durch Geröll- und Sandmassen geschaffen, die der einstmals reißende Flusslauf mit sich führte. Nachdem wir die Panorama Route passiert hatten, begaben wir uns von Sabie aus, direkt nach Johannesburg zurück. Es war der letzte und zugleich auch schwerste Tag auf unserer Tour durch Mosambik. Es hieß Abschied nehmen von der wunderschönen Natur, den netten afrikanischen Menschen und natürlich auch von unserer tollen Truppe. Als wir in Johannesburg ankamen, wurde noch spontan ein gemeinsames Essen am Abend in Johannesburg organisiert. Es war eine unglaublich schöne Erfahrung. Nur für mich sollte die Tour noch nicht ganz beendet sein. Am nächsten Tag ging es für mich von Johannesburg aus nach Dubai. Ein Stopover für zwei Tage in den Vereinigten Arabischen Emiraten bot sich gut an. Nach 8,5 Stunden Flug, kam ich um Mitternacht auf dem Dubai Internation Airport an. Da die Einreiseformalitäten dort sehr lange dauerten, beschloss ich den Rest der Nacht auf dem Airport zu verbringen, um am nächsten Tag zur Erkundung von Dubai City aufzubrechen. Dubai liegt auf der Arabischen Halbinsel, am Persischen Golf und ist mit 3.885 km² und 1,37 Mio. Einwohnern, nach Abu Dhabi das zweitgrößte Emirat der VAE. Das Emirat ist vor allem für seine vielen spektakulären Bauprojekte wie Wolkenkratzer, Einkaufszentren, künstlich angelegte Inseln und Vergnügungsparks bekannt. An keinem anderen Ort der Welt, entstanden in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts so viele weltweit Aufsehen erregende Bauwerke wie in Dubai. Bei meiner Citytour besuchte ich unter anderem den Gold Souk und die Baustelle des Burj Dubai, wobei Temperaturen von knapp unter 40 Grad einem sehr zu schaffen machten. Burj Dubai ist der Name eines Wolkenkratzers, der in Dubai von der Projektgesellschaft Emaar Properties noch gebaut wird, aber schon seit Juli 2007 das höchste Gebäude und seit September 2007 das höchste nicht abgespannte Bauwerk der Welt ist. Er besitzt so viele Stockwerke wie weltweit kein anderes Bauwerk und auch das letzte nutzbare Stockwerk ist das höchste der Welt. Dubai ist auf jeden Fall mehr als nur ein Stopover am persischen Golf. Dubai ist das Symbol für das neue heutige Arabien. Mit allen neu gewonnenen Eindrücken im Gepäck, ging es nach drei tollen Wochen zurück in das kalte Deutschland.





