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Reiseführer: Andalusien

'Al-Andalus' nannten die Mauren das im Jahre 711 von ihnen eroberte Südspanien. Es wird auch mit 'Land des Lichts' übersetzt, weil Licht auf Spanisch 'luz' heißt. Künstler und Dichter haben dieses intensive andalusische Licht besungen. Es lässt die kleinen weißen Dörfer, die sich an Felshänge klammern und an deren höchstem Punkt immer eine Kirche steht, manchmal so sehr leuchten, dass es das Auge kaum erträgt, und bringt die schneebedeckte Sierra Nevada bei Sonnenuntergang zum Glühen.

Eine typisch andalusische Landschaft gibt es nicht, sagt der zeitgenössische Schriftsteller Antonio Muñoz Molina. Statt dessen beschreibt er eine Vielfalt von Sinneseindrücken: Andalusien, das ist der Sumpf und die Wüste, ewiger Schnee und tropische Zuckerrohrfelder, der feuchte, bläuliche Nebel an der Küste von Cádiz und die wahnwitzige Helligkeit von Almería, die schwarze Erde des Guadalquivir und die rote Erde des Guadalimar, die grenzenlose Ausbreitung der Olivenhaine und Steppen von Jaén ...

Fast 800 Jahre herrschten die Mauren über Andalusien - ein friedliches und sich gegenseitig befruchtendes Miteinander maurischer, jüdischer und christlicher Kultur - bis die Katholischen Könige 1492 auch die letzte Bastion, Granada, zurückeroberten. Die Mauren brachten das trockene Andalusien mit ihren ausgetüftelten Bewässerungsanlagen zum Blühen. Auf sie geht der Brauch zurück, die 'Patios', Innenhöfe, mit bemalten Kacheln auszukl... mehr >

'Al-Andalus' nannten die Mauren das im Jahre 711 von ihnen eroberte Südspanien. Es wird auch mit 'Land des Lichts' übersetzt, weil Licht auf Spanisch 'luz' heißt. Künstler und Dichter haben dieses intensive andalusische Licht besungen. Es lässt die kleinen weißen Dörfer, die sich an Felshänge klammern und an deren höchstem Punkt immer eine Kirche steht, manchmal so sehr leuchten, dass es das Auge kaum erträgt, und bringt die schneebedeckte Sierra Nevada bei Sonnenuntergang zum Glühen.

Eine typisch andalusische Landschaft gibt es nicht, sagt der zeitgenössische Schriftsteller Antonio Muñoz Molina. Statt dessen beschreibt er eine Vielfalt von Sinneseindrücken: Andalusien, das ist der Sumpf und die Wüste, ewiger Schnee und tropische Zuckerrohrfelder, der feuchte, bläuliche Nebel an der Küste von Cádiz und die wahnwitzige Helligkeit von Almería, die schwarze Erde des Guadalquivir und die rote Erde des Guadalimar, die grenzenlose Ausbreitung der Olivenhaine und Steppen von Jaén ...

Fast 800 Jahre herrschten die Mauren über Andalusien - ein friedliches und sich gegenseitig befruchtendes Miteinander maurischer, jüdischer und christlicher Kultur - bis die Katholischen Könige 1492 auch die letzte Bastion, Granada, zurückeroberten. Die Mauren brachten das trockene Andalusien mit ihren ausgetüftelten Bewässerungsanlagen zum Blühen. Auf sie geht der Brauch zurück, die 'Patios', Innenhöfe, mit bemalten Kacheln auszukleiden, so dass diese selbst bei brennender Hitze kühl bleiben. Sie schufen Bauwerke wie die Mezquita in Córdoba und die Alhambra, 'Die Rote Burg', in Granada, dessen ornamentale Ästhetik, klingende Wasserspiele und filigrane Lichtkuppeln es zum schönsten maurischen Bauwerk der Welt machen.

Auch die andalusische Mentalität scheint von maurischen Einflüssen geprägt. Sie ist voller sinnlicher Lebensfreude, Spaß an Geselligkeit, genießerischer Freude an delikaten Tapas und einer Gemütsruhe und Gelassenheit, die sich am besten in dem Satz 'Venga usted mañana', Kommen Sie morgen noch einmal widerspiegelt.

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